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Jenseits aller Therapie

Aufgeführt vom 25. – 30. Mai 1999 im Theater Stok, Zürich

Der Autor

Christopher Durang, 1949 in New Jersey geboren und in Harvard und Yale geschult, gehört zu jener Generation junger Dramatiker, die in den späten 70er und den 80er Jahren Furore machten. Anarchische Inhalte und unverblümte satirische Angriffe auf Religion und Familie brachten zweimal einen «Obie Award» ein, führten aber gleichzeitig zu öffentlichen Protesten und dem Ruf nach der Zensur.

Das Stück

Konstantes Merkmal von Durangs Satiren ist, nebst der kritischen Durchleuchtung bürgerlicher Werte wie Religion, Ehe oder Authoritäten, die Demontage der Familie als ordnender Hort, welcher Liebe, Sicherheit und Stabilität verspricht, in Wirklichkeit aber Chaos, Grausamkeit und Betrug verbirgt. Doch Durang macht auch vor grösseren sozialen Institutionen nicht halt: In Jenseits aller Therapie (Beyond All Therapy) wird die Therapieversessenheit der prüden amerikanischen Mittel- und Oberschicht persifliert, noch dazu auf dem zeitlichen Hintergrund von Denver-Clan und Dallas (die 80er Jahre sind deutlich spürbar). Auf die Schippe genommen werden das neue amerikanischen Bildungsspiessertum („Offenheit gegenüber alles und allem um jeden Preis“) und die Mechanismen der Psychotherapie. Ernstere Themen (Homo- und Bisexulaität) klingen zwar an, werden aber von der Geilheit aller Beteiligten auf die psychologische Schnellbleiche im Do-It-Yourself-Verfahren sofort überrollt. Der Sinn des Stücks ist unzweideutig: Therapeuten und Therapierte sind gleichermassen verrückt.

Beyond Therapy wurde 1986 von Robert Altmann mit Glenda Jackson, Tom Conti und Jeff Goldblum in den Hauptrollen verfilmt.

Personen

Bruce (Lukas Schönenberger)
Prudence (Heidi Thommen)
Dr. Stuart Framingham (Stefano Christen)
Charlotte Wallace (Nici Gallo)
Bob (Michael Euringer)
Andrew, der Kellner (Dominic Grimm)

Staff

Regie & Inszenierung: Tom Egli
Regieassistenz: Iris Zantop
Maske & Haare: Nici Gallo
Kostüme: Michael Euringer
Technik: Rolf Beck
Bühnenbild & Souffleuse: Carolina Sigg
Artwork: Oliver Stäker, By Heart